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Tuesday, 8 July 2008

Am I wrong about Pinker's extended locative?

Pinker writes in his book Language of Thought about the locative rule:
If a verb can appear in a content-locative construction then it can also appear in a container-locative construction, and vice versa. (Pinker 2007: 35-6)
as in:

(1) [to spray] water on the roses.
(2) [to spray] the roses with water. (Pinker 2007: 35)

In contrast to:

(3) to fill the glass with water.
(4) *to fill water into the glass. (Pinker 2007: 50)

According to this exception, he alters the locative rule:
[...] by specifying the change of a container, it is compatible with a construction that is about state-change, and thereby allows us to say [(3)]. But because it says nothing about a cause or manner of motion of the contents, it isn't compatible with a construction that is all about motion, and thereby doesn't allow us to say [(4)].
His conclusion at the end of the chapter:
This uncovered a number of basic features of our thought processes: [...] that a frame for thinking about a change of location in real space can be metaphorically extended to conceptualize a change of state as motion in state-space; and that when the mind conceives of an entity as being somwhere or going somewhere, it tends to melt it down to a holistic blob.
As far as I understand him, he ascribes this property to the mind.

So, the first thing that struck me was that (3) and (4) sound correct for non-native speakers and I assume it would sound correct to many native speakers as well - depending on the region they're from. Actually you can say both sentences in German - which is, by the way, closely related to English:

(3(DE)) Das Glas mit Wasser füllen.
(4(DE)) Wasser in das Glas füllen.

So this must be specific for English, right? Since he ascribes this to the mind, this must mean that it only works for the English mind which, and here comes the logic conclusion, is different from the German mind. Hence English speakers have another cognition, i.e. they perceive the reality in a different way and therefore (3) is possible, while (4) is not? This would be an argument for linguistic determinism. I know this is nonsense.


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Pinker, S. Language of Thought. 2007.

Tuesday, 24 June 2008

Sapir-Whorf Hypothese

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt schrieb Wittgenstein in seinem Tractatus (Wittgenstein 1921) und sagte damit, dass man nur soweit denken kann, wie einen seine Sprache trägt. Ist aber das Denken selbst durch die Sprache beeinflusst? Gibt es so etwas wie non-verbale Gedanken, i.e. Gedanken die ich nicht in meiner Sprache ausdrücken kann? Schon die beiden Kant Schüler Hamann und Herder haben über den Determinismus nachgedacht und Humboldt schrieb 1836, dass die Sprache das Organ des Denkens sei. (Humboldt 1836)

Gut 120 Jahre später beschäftigt sich ein Laienlinguist mit diesem Problem und prägt die posthum nach ihm benannte (Sapir-)Whorf Hypothese. Diese Hypothese sagt, dass eine Einzelsprache (z.B. Deutsch) Einfluss auf das Denken eines Individuums hat und impliziert damit, dass es nicht möglich ist, die Realität auf eine objektive Weise über Sprache zu beschreiben, da jede Sprechergemeinschaft eine eigene Vorstellung von Realität hat.
Eigentlich beginnt die Geschichte dieser Hypothese mit dem Ethnologe Franz Boas, welcher die Sprachen der Ureinwohner Amerikas, speziell der Hopi-Indianer, untersuchte und dabei eine Relation zwischen Grammatik und geographischer Lage herstellte. Er folgerte daraus, dass Sprache als Reflexion der Kultur zu verstehen sei.


Eine bekannte Hopi Künstlerin

Sapir, der Schüler von Boas war und seine Magisterarbeit über Herders Abhandlung über den Ursprung der Sprache schrieb, vertrat als Anthropologe und Linguist die These, dass die Sprache und das Denken, mehr oder weniger, in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander stehen und das Sprache das Denken determiniert – deshalb auch linguistischer Determinismus genannt. (Sapir 1929, 1958)


Edward Sapir

Whorf, eigentlich Chemiker, eignete sich sein linguistisches Wissen autodidaktisch an und war Schüler von Sapir. Er selbst kam nie in Kontakt mit den ursprünglichen Hopi-Indianern. Seine Idee war, dass die Realität anhand bestimmter Wertigkeiten durch linguistische Systeme in Konzepte eingeteilt wird. Dadurch, dass diese Wertigkeit durch Übereinkunft mit den Sprechern einer Sprechergemeinschaft getroffen wird, spiegelt sich in jeder Sprache ein einzigartiges Weltbild wieder, i.e. die physischen Zeichen werden unterschiedlich in den Sprechergemeinschaften bewertet und so entsteht ein anderes Bild der Realität – deshalb auch linguistischer Relativismus genannt. (Whorf 1940)


Benjamin Lee Whorf

Bekannt ist sein Vergleich der englischen Sprache mit der Sprache der Hopi-Indianer anhand der grammatischen Struktur. Die englische Sprache tendiert dabei eher die Realität als Objekt im Raum zu analysieren. Gegenwart und Zukunft werden als Lokalitäten gesehen und die Zeit als Weg zwischen ihnen, deshalb werden auch Phrasen wie drei Äpfel und drei Tage als grammatisch gleichwertig angesehen. Unsere Sprache besteht aus vielen Metaphern um die Abstrakten Begriffe der Zeit zu fassen, so kann man zum Beispiel Zeit genauso verschwenden wie sein Geld. Hopi, im Vergleich dazu, ist eher prozessorientiert. Was Whorf nicht berücksichtigt hat, da er selbst nie Feldarbeit leistete, war, dass es auch zwei Zeiten bei der Verbkonjugation in der Hopi-Sprache gibt – manifestiert und nicht-manifestiert. Manifestiert bezeichnet dabei alles konkret Wahrnehmbare, physisch Existente, in Gegenwart und Vergangenheit. Nicht-manifestiert bezeichnet alles Nicht-Physische und Nicht-Wahrnehmbare.

Dieser Idee liegt auch zu Grunde, dass die kulturellen Unterschiede von Sprechern deren Sprache einer gemeinsamen Sprachfamilie angehören, also zum Beispiel Deutsch und Niederländisch (Indogermanisch > West-Germanisch), nicht so gravierend sind wie der kulturelle Unterschied von Sprechern unterschiedlicher Sprachfamilien, also zum Beispiel Deutsch und Chinesisch (Sinotibetisch). Diese Schlussfolgerung ist natürlich kompletter Schwachsinn. Sprachen einer Sprachfamilie sind natürlich geographisch näher zusammen und damit ist auch der kulturelle Austausch eher vorhanden als zwischen Deutschland und China. Außerdem gibt es Sprachen wie Türkisch und Japanisch, die beide vielleicht der makro-altaischen Sprachfamilie angehören und deren Kultur wohl grundverschieden ist.

Ein weiteres Problem ist das der Übersetzung. Nach der starken These würde es nicht möglich sein die Inhalte eines Satzes in eine andere Sprache zu übersetzen. (Chandler 1995) Tatsächlich beklagt sich der Dichter Pablo Neruda darüber, dass seine Gedichte in der Übersetzung an etwas verlieren, obwohl der Sinn erhalten bleibt. Das ein Gedicht und ein Handelsvertrag anders in der Übersetzung zu bewerten sind, liegt aber wohl eher daran, dass Gedichte nach einzigartigen künstlerischen und einzelsprachspezifischen Gesichtspunkten geschrieben werden, wie zum Beispiel die Wortlänge und dem musikalischen Gehalt (Metrik). In der Tradition der Universalisten sagt Karl Popper, dass was auch immer in einer Sprache ausgedrückt wird in eine andere, mit relativem Aufwand, übersetzt werden kann. (Popper 1970) Ein konkretes Beispiel: Das Volk der Pintupi hat ein Wort für das Loch welches durch einen Goanna (besonderer australischer Waran) bei seinem Durchbruch an die Oberfläche nach seinem Winterschlaf hinterlassen wurde – oder in der Sprache der Pintupi katarta. Man kann also mit vielen Wörtern das gleiche Konzept beschreiben und so können auch Nuancen durch, mehr oder weniger aufwendiges, das Paraphrasieren übertragen werden. Ein Problem am Rande ist das der Synonyme. Da jedes Wort sozusagen einzigartig ist, gibt es nach der starken Auslegung der These keine absolut deckungsgleichen Synonyme, denn Form und Bedeutung sind untrennbar miteinander verknüpft. (Fish 1980)

Der starke Whofianismus ist kaum zu vertreten und findet auch kaum Anhänger. Er ist eher als extremster Punkt auf einer Skala zu sehen, der zur theoretischen Orientierung geschaffen wurde. Als Knockoutkriterium führt Pinker den Fall des Immigrantenkinds Idlefonso an, der völlig ohne Sprache und trotzdem intelligent mit mathematischen Fähigkeiten ausgestattet war. Er konnte später dann sogar Zeichensprache lernen. Wie hätte er dies ohne Denken leisten können? (Schaller 1991)
Der schwache Whorfianismus macht dagegen einige Abstriche und ist weit schwerer zu widerlegen. Anstatt zu behaupten, dass die Sprache das Denken determiniert, wird behauptet, dass die Sprache das Denken nur beeinflusst und damit die Wahrnehmung der Realität. Die Sprache wird auch nicht als losgelöstes System (Saussure: Langue) betrachtet sondern konkret in den sozio-kulturellen Kontext gesetzt (Saussure: Parole). Die Varietäten und die Sprachgewohnheiten der Sprecher werden zum beeinflussenden Element erklärt. So sagt Sapir, dass die Gesellschaften unterschiedliche Welten sind und nicht eine Welt mit unterschiedlichem Etikett. (Sapir 1929, 1958)
Auf dieser These beruht auch die Aussage, dass die Inuit eine Vielzahl von einzigartigen Wörtern für Schnee haben, was von Pullum widerlegt wurde und hier nicht aufgegriffen werden soll, da schon genug darüber geschrieben wurde. (Pullum 1994) Zu einiger Berühmtheit sind die Farbtests gelangt bei denen Ureinwohner unterschiedliche Farben kategorisieren sollten. Fokalfarben (z.B. rot) für die sie Wörter hatten, konnten von ihnen akkurater identifiziert werden. Nun bekamen sie aber 16 Wörter einer anderen Sprache beigebracht, um die Farben zu benennen - darunter 8 Wörter für Fokalfarben und 8 Wörter für Nebenfarben - und siehe da, wieder wurden die Fokalfarben akkurater mit den entsprechenden Fremdwörtern belegt. Pinker sagt dazu, dass wir die Farben so lernen wie wir sie auch wahrnehmen und nicht umgekehrt.


Das Farbspektrum

Was wir wissen ist, dass das Gehirn Assoziationen zwischen semantischen Konzepten und phonetischen Repräsentationen lagert, wobei die Anfangslaute wichtiger als die Endlaute sind. Beziehung zwischen unterschiedlichen semantischen Konzepten, die nur indirekten Bezug zueinander haben, werden ebenso gelagert und können durch phonetische Ähnlichkeit leichter abgerufen werden. Die Sprache unseres Denkens ist aber wahrscheinlich nicht die der natürlichen Sprache mit der wir uns auch verbal unterhalten. Man geht davon aus, dass es sich um eine metasprachlichen Vorform davon handelt, welche mit Konzepten arbeitet, das sogenannte Mentalesisch, was aber auch umstritten ist und weiteren Erklärungsbedarf bräuchte.


Die Phrenologie als Vorläufer der Theorie zur Modularität des Geistes

Greenberg, der lange Zeit die universellen Elemente in der Sprache gesucht und untersucht hat, bestätigt, dass der Anteil an fundamentalen Elementen in der menschlichen Verhaltensweise unter verschiedensten Sprachen größer ist als die idiosynkratischen Unterschieden, welche die Theorie des linguistischen Relativismus vorhersagt.

Ein weiteres Beispiel gegen linguistischen Relativismus ist das Argument von Fodor, dass es einfache Module für visuelle Wahrnehmung gibt, welche nicht von der Sprache beeinflusst werden können.


Die bekannte Müller-Lyer Illusion

Obwohl ich weiß, dass die Striche gleich lang sind, nehme ich sie nicht als gleich lang wahr. Die linguistische Information modifiziert also das entsprechende Wahrnehmungsmodul nicht und ergo hat die Sprache keinen Einfluss auf meine Wahrnehmung und so ist der linguistische Relativismus widerlegt. Allerdings wissen wir nicht wie Module für höhere neuronale Prozesse funktionieren und so können Aspekte des linguistischen Relativismus trotzdem wahr sein und die Einflussnahme der Sprache subtiler als bisher gedacht sein. (Fodor 1984) Es gilt deshalb sich folgende Frage zu stellen: Welche Aspekte der Sprache beeinflussen das Denken in systematischer Weise und wie stark ist dieser Einfluss?


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Wittgenstein, L. Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus Logico-Philosophicus). 1921.

Humboldt, W. von. Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus und seinen Einfluss auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts. 1836.

Sapir, E. Language: An introduction to the study of speech. 1929.

Whorf, B. L. Science and Linguistics. In: Technology Review 42 (6): 229-31, 247-8. 1940.

Chandler, D. The Act of Writing. 1995.

Popper, K. Normal Science and its Dangers. In: Criticism and the Growth of Knowledge. 1970

Fisher, S. Is There a Text in This Class? The Authority of Interpretative Communities. 1980

Pullum, G. K. The Great Eskimo Vocabulary Hoax and Other Irreverent Essays on the Study of Language. 1991.

Pinker, S. The Language Instinct. 1994

Tuesday, 13 May 2008

Empathic Mirror Neurons

Mirror neurons fire in the same pattern when you do an action and when you watch the same action happen. Some people's mirror neurons appear to be more active and thus leading to a better empathic ability, i.e. the ability to read the emotional state of others and act correspondingly. People with autism often don't possess this ability, which probably is connected to the malfunctioning of mirror neurons (New Scientist 2529:22). This theory is now supported by an experiment led by Peter Enticott, Monash University (Australia), where "[...] 20 healthy adults [...] had to decide if paired images of faces were the same person. In another, they had to decide if both faces were showing the same emotion. In a separate task, volunteers watched video clips of thumb movement, a hand grasping a pen and a hand while writing, while the activity in the primary motor cortex of the brain, which contains mirror neurons, was recorded." (New Scientist: 2008)
The result showed a clear correlation between the mirror neuron activity and the judging of people's emotions but no correlation between the ability to recognise faces. Read more about mirror neurons on Shared Symbolic Storage.

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Small additions:

As far as I know you cannot prove the explicit existence of mirror neurons in the human brain. It is likely that they exist as we know from various tests which I won't discuss here.
To assume that mirror neurons are linked to empathy is complex and must be discussed. Scientists assume that mirror neurons are located in the frontal cortex and superior parietal lobe [1], but the empathy related regions of the brain are the anterior insula and inferior frontal cortex. Nevertheless, studies have shown that empathic people have a higher activity in both regions in the brain. Of course further studies must be made and it is quite clear - I think - that more functions and regions of our complex brain are related to empathy.

[1] Marco Iacoboni, Roger P. Woods, Marcel Brass, Harold Bekkering, John C. Mazziotta, Giacomo Rizzolatti, Cortical Mechanisms of Human Imitation, Science 286:5449 (1999)

[2] Gazzola, Aziz-Zadeh and Keysers, Current Biology, 2006. The paper can be found here: http://www.bcn-nic.nl/txt/people/publications/gazzola2006sound.pdf

An interesting site about mirror neurons and mythbusting mirror neurons article both provided by Shared Symbolical Storage

Thursday, 24 April 2008

Doping fürs Gehirn (Teil 2)

Jetzt will ich einmal auf den ominösen fünften Punkt der Wired-Liste eingehen, welcher im Mittelpunkt der Diskussion um den Gebrauch von Neuro-Enhancements steht. Gibt es wirklich erhältliche Medikamente, die die Leistung des Gehirns verbessern können? Werfen wir einmal einen Blick auf die Liste:


1. Adderall

Vergesst Retalin hier ist Adderal, die Droge der Schönen und Reichen. Eigentlich ist es ein Aphetamin, welches ADHS Patienten nehmen. Normale Leute verlieren den Appetit und bleiben wach und konzentriert. In den USA ist es eines der beliebtesten Medikamente. In Deutschland ist es nicht zugelassen, weil Fehlmedikation und nicht absehbare Nebenwirkungen zu irreparablen Herzschäden und Tod führen können. Normale Nebenwirkungen können - in unterschiedlichen Abstufungen - erhöhte Herzfrequenz, Schlaflosigkeit, hohen Blutdruck, Kopfschmerzen, Durchfall, Schwitzen, trockenen Mund, Verwirrtheit, Halluzinationen, Panik, Aggressivität, Zittern, Schwindel, allergische Reaktionen und Impotenz sein. Nicht zu vergessen physische und psychische Abhängigkeit. Tod kann übrigens auch bei normaler Dosierung eintreten - so genau weiß man das nicht. Bisher sind 20 Tode durch normale Dosierung bekannt geworden.

Fazit: Gut wenn man suizidal veranlagt ist. Toll ist, dass die Reichen und Schönen sich Entziehungskuren und gute Psychotherapeuten leisten können. Wenn man über genug Geld verfügt sicher eine Überlegung wert, auch wenn es die letzte sein könnte.


2. Aniracetam

Der Effekt dieses Nootropikums (Smart Drug) auf unsere Wahrnehmung ist noch nicht ganz geklärt. Angeblich hat das Medikament keine Nebenwirkungen außer Koordinationsstörungen, Benommenheit, Kopfschmerzen, kognitive Störungen, Nervosität und Gleichgewichtsstörung. Wird derzeit bei Alzheimer getestet. Langzeitverwendung soll relativ problemlos möglich sein, sagen zumindest die Laborratten.

Fazit: Klingt zunächst einmal relativ gut. Relativ in Bezug zu Medikamenten mit Nebenwirkung Tod, aber klingt da nicht alles relativ gut?


3. Aricept

Aricept wird zur Behandlung von Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem Demenz, eingesetzt um die Symptome zu mildern. Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Eventuell hilft es dem Gedächtnis, aber nicht in merklichem Maße.

Fazit: Kann man gleich Placebos nehmen und die sind wahrscheinlich effektiver.


4. Methamphetamin

Auch Crystal oder Meth genannt, ganz clevere nennen es Crystal Meth. Wieder ein Amphetamin was schon unser Opa genommen hat, sofern er in der Armee war. Wehrmachtssoldaten haben es als Wachmacher bekommen. Positive Wirkungen sind gesteigertes sexuelles Verlangen, Euphorie, Verringerung des Schlafbedürfnis, gesteigerte Leistungsfähigkeit und Halluzinationen. Leider soll man danach einen ziemlichen Kater haben, lethargisch und depressiv werden. Nebenwirkungen sind:
  • Schlafstörungen
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Vermutete irreversible Schädigung der Neurotransmitter/Rezeptoren
  • Verminderte Kritikfähigkeit
  • Paranoide Wahnvorstellungen auf Grund des Schlafmangels
  • Akutwerden einer latenten Schizophrenie
  • Übersteigerte(r) Egozentrik/Narzissmus
  • Aggressivität
  • Kribbeln unter der Haut, das in extremen Fällen als unter der Haut krabbelnde Insekten wahrgenommen wird
  • Taubes Gefühl im Körper
  • Kein Schmerzgefühl vorhanden
Akute Folgen bereits bei erstmaligem Konsum:
  • Lungenhochdruck bzw. -infarkt
  • Hirnblutungen
  • Angstzustände
  • Kopfschmerz
  • Nervosität
  • Motorische Unruhe
  • Augenrollen
  • Kaureflex
  • Wangenschmerz
Chronische Folgen eines starken Konsums:
  • Nierenschäden durch oxidativen Stress
  • Gewichtsverlust
  • Blutverdickung bei gleichzeitiger Blutdrucksteigerung
  • Schlaganfälle und Herzstillstand bei Konsumenten mit Herzproblemen
  • Unregelmäßigkeiten der Menstruation bis zum Aussetzen derselben
  • Potenzstörungen
  • Autoaggressionen
  • Erschöpfung und Schädigung von Neurotransmittern (Serotonin und Dopamin) und deren Transporter, vor allem durch oxidativen Stress
  • Beeinträchtigung und Degeneration der Nebenniere
  • Starker Zerfall des Zahnschmelzes und Zahnausfall
  • Tod
Fazit: Wieso haben die das auf die Smart Drug Liste gesetzt? Ich würde mir eher einen Nagel in den Kopf schlagen, das hat definitiv weniger Nebenwirkungen und ähnlichen Effekt wenn es den richtigen Teil im Kopf trifft.


5. Modafinil

Auch als Provigil oder Modavigil bekannt. Wird zur Behandlung von Narkolepsie eingesetzt und ist in seiner Wirkung ähnlich wie ein Amphetamin. Damit setzt es im zentralen Nervensystem an und bekämpft Erschöpfung und Schläfrigkeit. Außerdem verbessert es die Konzentrationsfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis. Im Leistungssport wird das Medikament als Dopingmittel eingesetzt, bekannte Benutzerin war Sprintweltmeisterin Kelli White. Nebenwirkungen sind Kopfweh, Übelkeit, Nervosität, Durchfall, Rückenschmerzen, Panik, Schlafprobleme und Schwindelgefühl.

Fazit: Was für die Sprintweltmeisterin nicht schlecht war, kann für den zukünftigen Einstein auch nicht schlecht sein oder?


6. Nikotin

Ja wir reden von dem Zeug was in Zigaretten drin ist. Nikotin ist ein starkes Nervengift - wesentlich giftiger als Arsen oder Zyankali - und fördert den Ausstoß von Adrenalin, Dopamin und Serotonin. Der Herzschlag beschleunigt und der Blutdruck erhöht. Kurzzeitig steigert es die psychomotorischen Leistungsfähigkeit sowie die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung, durch verbesserte Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Nebenwirkungen gibt es viele, darunter Übelkeit und Apetittlosigkeit. Langzeiteinnahme kann Krebsbildung hervorrufen. Psychische und physische Abhängigkeit ist möglich und ungefähr so stark wie bei Kokain. Die physischen Entzugserscheinungen sollen allerdings nach 72 Stunden vorbei sein. Die tödliche Dosis liegt bei 1 mg / kg Körpergewicht. Eine Zigarette enthält übrigens 12 mg Nikotin, wesentlich weniger wenn geraucht.

Fazit: Generell zum Rauchen gibt es zu sagen, dass es zu teuer ist. Die Wirkung ist hält zu kurz, die Nebenwirkungen sind, vor allem bei Langzeitkonsum, zu groß.


7. Rolipram

Es handelt sich dabei um einen Entzündungshemmer, mit möglichem neurologischen Wirkungsgrad. So steigert es die Wachsamkeit, das Langzeitgedächtnis und schützt die Neuronen des Nervensystems vor Degeneration.

Fazit: Ich habe kaum Informationen darüber gefunden. Ich denke, dass es sich noch in der klinischen Testphase befindet. Deshalb sind auch Nebenwirkung für Lang- und Kurzzeitbenutzung unbekannt.


8. Vasopressin

Vasopressin ist ein Peptidhormon und lässt den Blutdruck durchs Dach schießen. Deswegen wird es auch in der Reanimation benutzt. Ausserdem reduziert es den Wasserverlust des Körpers indem er die Leber dazu bringt das schon vorhandene Wasser besser zu reabsorbieren. Soll den Lerneffekt verstärken. Ich verstehe das ganze auch nicht. Das Medikament scheint nur in klinischer Umgebung genutzt zu werden.

Fazit: Der Effekt ist einfach zu wenig und das Mittel zu schwer zu beschaffen.

Tuesday, 22 April 2008

Doping fürs Gehirn (Teil 1)

Seit einiger Zeit ist unter anderem auf Gene Expression eine Diskussion im Gange, die Pro und Kontra von so genannten Neuro-Enhancements diskutiert. Die Idee dahinter ist, seine psychische Leistungsfähigkeit mit Medikamenten (oder einen Schritt weiter: mit Elektronik) zu verbessern - Doping fürs Gehirn. Wired hat nun eine Liste mit 12 Punkten veröffentlicht, welche angeblich die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessern sollen (auf Punkt 5 will ich in einem Extrabeitrag noch gesondert eingehen):

1. Statisches Lernen durch Ablenkung. Ist man genötigt Listen auswendig zu lernen, dann ist es sinnvoll zunächst das eigentliche Material durch zugehen und dann zu versuchen etwas ähnliches zu memorisieren. Dadurch soll das Gehirn härter arbeiten um die eigentlichen Informationen zu speichern, wie eine Studie der UCLA 2007 zeigte.

2. Regelmäßige Koffeinzufuhr. Im Laufe des Tages produziert der Körper Adenosin, ein Nukleosid welches die Ausschüttung von Dopamin, Acetylcholin oder Noradrenalin blockiert und unseren Blutdruck senkt. Die Blockierung dieser Neurotransmiter führt zu Ermüdung - so nimmt man an. Dem kann man mit Koffein entgegenwirken. Dabei sind regelmäßige Koffeinpausen effektiver als ein punktueller Überschuss. In Kombination mit Zucker, soll sich der Effekt sogar verstärken. Dennoch muss man bedenken, dass unser Körper nicht umsonst Adenosin produziert.

3. Interesse und Wissensnetze. Hier weiche ich von Wired ab und präsentiere eine dynamische Lernmethode anstelle einer statischen. Möchte man sich eine Vielzahl von Wissen aneignen, so beginnt man am besten mit dem Teil für den man sich besonders interessiert, egal wie dumm und trivial das einem erscheinen mag und arbeitet sich zu anderen Themen vor - mit dem Bezug zum interessanten Thema. Man betreibt sozusagen ein neurologisches Linkhopping. Beispiel: Sagen wir das Wissen sei Wikipedia und ich interessiere mich für Star Trek. Ich lese mir den Artikel durch und stoße auf einen Verweis zu Egalitarismus durch folgenden Abschnitt:
Der Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry war ein leidenschaftlicher Fürsprecher egalitärer Politik und benutzte die Serien häufig, um seine Vision einer auf diesen Prinzipien basierenden zukünftigen Gesellschaft zu vermitteln.
Jetzt bin ich schon mal einen Schritt weiter und lese mir diesen Artikel durch, dabei stoße ich auf folgenden Abschnitt:
Die Konzeption einer z.B. politischen, ökonomischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Elite steht im Gegensatz zu egalitären Gesellschaftskonstruktionen.
Ich interessiere mich für den Begriff der Elite und öffne diesen Verweis. In dem Artikel finde ich wiederum einen Verweis auf Studiengebühren und öffne ihn. Auf diese Art und Weise kann man sich über ein Thema, für das man sich interessiert, ein Netz von Wissen erarbeiten.

4. Naivität. Schon oft wurde von Philosophen und Wissenschaftlern die Naivität der Kinder idealisiert und zum wichtigsten Gut des Menschen erklärt. Damit meint man nicht gedankenloses Folgen, sondern an Wissensphänomene neutral und Unvoreingenommenheit heranzutreten. Wenn man neue Dinge lernt und sich dabei gut fühlt, ganz egal, ob es sich dabei um Star Trek oder die Stringtheorie handelt und man spürt wie man an Wissen dazu gewinnt, dann hat das einen positiven Effekt. Das Gehirn ist nicht sozio-kulturellen Wertungssystemen unterworfen und beurteilt nicht, ob es besser ist 3000 Jahre Wissen über aventurische Geschichte oder alles seit Romulus und Remus zu speichern. Neue Neuronenverbindungen werden so oder so hergestellt.

5. Dauerhaften Stress vermeiden. Ein bisschen Druck zur richtigen Zeit kann zwar wahre Wunder wirken, aber kontinuierlicher Stress ist zu vermeiden, da das Amygdala, eine Hirnregion welche für emotionale Verarbeitung zuständig ist, sonst Kontrolle übernimmt und rationales, geordnetes Denken kaum mehr möglich ist. Yoga und Schlaf soll helfen, also im Prinzip alles bei dem man "sich verlieren kann" und/oder bewusste Atmung erreicht.

6. Strukturen aufbrechen und neu bilden. Wenn nötig und möglich, kann es sinnvoll sein bestehende Strukturen anzupassen an das individuelle Verständnis. Man hat zum Beispiel folgende Zahlensequenzen A = [308, 933, 561, 192] und B = [543, 1230, 593, 4844]. Die Reihenfolge der Zahlen ist fakultativ und man muss beide Sequenzen (A und B) memorisieren, dann könnte es sinnvoll sein, die Zahlen nach einem eigenen System neu zu ordnen. Ob man sich dabei eine assoziative Brücke baut und die zahlen entsprechend anordnet oder von niedriger zu hoher Zahl geht, das ist einem selbst überlassen.
Meist haben sich die Leute, welche diese Strukturen erstellt haben, etwas dabei gedacht und man sollte diese Strukturen zwar immer hinterfragen, aber auch beachten und dann entscheiden.

7. Finger und Mund. Genauso wie man Assoziationen als Hilfsmittel einsetzen kann, so kann man auch seinen Körper einsetzen. Finger zum Rechnen und Zählen benutzen und das Repetieren von Texten durch vorlesen kann helfen. Ihr mögt vielleicht glauben, dass ihr dabei dumm ausseht, aber ihr seid alles andere als dumm.

8. Lehren und Lernen. Man nimmt an, dass man durch Erklären eines Sachverhaltes für andere, und die damit verbundene Portionierung und Simplifizierung der Fakten, die Effektivität des eigenen Verstehens für die Thematik um bis zu 90% erhöht. Wenn man etwas also nicht kapiert hat, dann sollte man es erst seinem Hund erklären, um es sich selbst zu erklären und anschließend seinem Freund oder Freundin, um das Wissen auch zu verankern.

Thursday, 10 April 2008

^_^

Yesterday I read an article on Deric Bownds' MindBlog. It seems that it takes a bunch of scientists in order to come to the conclusion that a concave line and two dots - i. e. :( - indicate a sad face. Vice versa a convex line with two dotes - i. e. :) - indicate a happy face. Well, I think this only works in western countries. Asians generally tend to focus on the eye region of the face which leads to interesting smilies like ^_^ or ~.^.

Wednesday, 9 April 2008

Are you racist?

Test yourself. How many blacks are you going to shoot and how many whites?

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My score: 475
Average reaction time:
Black Armed: 635.44ms
Black Unarmed: 716.68ms
White Armed: 606.75ms
White Unarmed: 670,4ms

I'm a racist. :-(

Sunday, 6 April 2008

Simulational character of consciousness

Found a nice quote on Issues in consciousness, mind & cognitive technology:

“Conscious experience never brings you into direct contact with external reality. Instead, experience as such, including your conscious experience of being a self, is a simulation created by your brain. And it is only because you are unable to recognize the simulational character of consciousness that you live your waking life—and, with the exception of lucid dreams, most of your dream life—as a naïve realist.”

-Windt & Metzinger (2007)