Sunday, 6 April 2008

Simulational character of consciousness

Found a nice quote on Issues in consciousness, mind & cognitive technology:

“Conscious experience never brings you into direct contact with external reality. Instead, experience as such, including your conscious experience of being a self, is a simulation created by your brain. And it is only because you are unable to recognize the simulational character of consciousness that you live your waking life—and, with the exception of lucid dreams, most of your dream life—as a naïve realist.”

-Windt & Metzinger (2007)

Points of Interest 06. April, 2008

I've never done this before and I'll never ever do this again, but Fractal Ontology is an awesome blog and I recommend - without hesitation - to read every single post. Joseph Weissman does a really good job combining Philosophy and Poetry. I guess it's all about comedy today:

Preschool children's narratives predict later math performance

Eric Cartman: America's Favorite Little $@#&*%

Nose jobs in Iran

First (2005) annual Simpsons linguistic joke collection posting

Second (2006) annual Simpsons linguistic joke collection posting

Third (2007) annual Simpsons linguistic joke collection posting

Fourth (2008) annual Simpsons linguistic joke collection posting

Points of Interest 05. April, 2008

I didn't read much today due to time pressure. But here are a few articles. I'm becoming interested in Archeology I suppose, especially Linguistic Archeology:

Deciphering the Codex Vergara - Aztecs figured out fractions?

Dawkins is wrong and too naïve for human relations and history.

Saturday, 5 April 2008

Basisarbeit: Co-Evolution von Gehirn und Sprache

Hier ein bisschen Linguistik in klar verständlichen, wenn auch stark vereinfachten, Worten.1 Einige Linguisten gehen davon aus, dass der Mensch von Geburt an die Fähigkeit besitzt zu wissen, dass zum Beispiel der Satz

Tom wirft einen Ball.

im Gegensatz zu

*Der wirft Tom Ball.

korrekt ist. Da Kinder relativ schnell die möglichen Satzkonstruktionen einer Sprache lernen und diese von fehlerhaften differenzieren können, führte dies zur Annahme, dass das Gehirn, evolutionär-genetisch bedingt, fast alleine diese Entwicklung steuert. Berühmtester Vertreter dieser Annahme ist Noam Chomsky, Professor am MIT.

Nun gab es vom 11.03 bis zum 15.03.08 eine Konferenz über die Evolution der Sprache (evolang 2008), bei der die Gegner dieser so genannten Generativisten zur Sprache kamen. Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Buch von Terrence Deacon (The Symbolic Species) welches die Meinung vertritt, dass nicht nur das Gehirn und dessen zielgerichtete Evolution dazu beigetragen haben Sätzen eine innere Struktur zu geben, sondern, dass das Gehirn und auch die Sprache selbst in diesen (Strukturierungs-)Prozess eingebunden sind.2
Zu dieser Co-Evolutions These wurden jetzt zwei interessante Studien erstellt. Simon Kirby hat mit Hilfe eines Computers eine Sprache geschaffen deren Sätze keiner festen Struktur (Syntax3) folgen. Ebenso zufällig sind die Wortbedeutungen mit den einzelnen Wörtern und deren Aussprache assoziiert. Diese Sprache wurde dann von einer Person gelernt, welche sie wiederum anderen Personen beigebracht hat und so weiter. Dies soll die nachfolgenden Sprechergenerationen und deren Lernverhalten simulieren. Mit zunehmender Zahl der Generationen hat sich die Sprache - sowohl deren Aussprache, als auch die Struktur - soweit vereinfacht, durch Entwicklung von Regelmäßigkeiten, dass sie einfacher und effizienter weitergegeben werden konnte.4

Meine Kritik an dem Experiment: Ich nehme einmal an, dass die Versuchspersonen keine (P-)Zombies waren, sondern normale Menschen in einem gewissen Alter > 2 Jahren. Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass es ein Problem gibt, da diese Menschen zumindest eine Sprache gelernt und damit eine gewisse Grundvorstellung von Satzstruktur haben. Interessant wäre es zu wissen, ob sie die Satzstruktur der neuen Sprache an die Satzstruktur ihrer Muttersprache angepasst haben.

Die zweite Studie wurde von David Gil vorgestellt und behandelt die Sprachlernfähigkeit von Sprechern der indonesischen Riau Sprache. Diese Sprache soll sehr simpel sein und nichtsdestotrotz sind die Sprecher in der Lage, weitaus komplexere Sprachen zu lernen. Daraus schlussfolgerte Gil, dass kein einfacher Zusammenhang zwischen Sprachkomplexität und Gehirnstruktur existiere, genauso wenig wie zwischen Sprachkomplexität und kultureller Komplexität.


Wichtig: Dieser Artikel beruht hauptsächlich auf einem Beitrag auf Babel's Dawn. Für eine Vertiefung und bessere sprachliche und fachliche Qualität empfehle ich den Originalartikel.

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Anmerkungen:

1 Eine Herausforderung, der ich mich stelle. Einem Linguisten könnte man sagen: "Die Sprache hat ein arbiträres Lautsystem. Die Semen der Lexeme sind arbiträr. Die Sprache hat keine Syntax."

2 Im Prinzip liegt man nicht verkehrt zu sagen, dass je älter die Sprache ist, desto komplizierter ist sie auch. Von der sumerischen Sprache, welche ungefähr 3200 Jahre vor Christus gesprochen wurde, nimmt man an, dass sie 10 unterschiedliche Kasus hatte. Deutlich mehr als im Neuhochdeutschen (Nominativ, Genitiv, Akkusativ, Dativ).

3 Sprich, sie haben keine erkennbares Muster wie zum Beispiel ein typischer Satz im Deutschen:

Tom (Subjekt) baut (Prädikat) ein Haus. (Objekt)

4 Ich meine mich zu erinnern, dass ich etwas ähnliches schon einmal im Zusammenhang mit Pidgin und Kreolisierung gehört habe, bin mir aber nicht sehr sicher. Auf unterschiedlichen Inseln im Pazifik kamen zwei Völker in Handelskontakt und schufen eine so genannte Lingua Franca (Handelssprache), mit der sie handeln konnten. Diese Handelssprache entwickelte sich dann im Laufe der Jahre zu einer eigenen Sprache, welche fast vollständig übernommen wurde. Es bildete sich sogar eine eigene Syntax.

Thursday, 3 April 2008

Ja, nein und vom Thema weg.

Das heutige Breakfast Experiment™ von Language Log beschäftigt sich mit einem Phänomen in der gesprochenen englischen Sprache, welches ich zuvor überhaupt nicht kannte - die Benutzung von affirmativen und negativen Antwortpartikeln im gleichen Satz. Hier das Beispiel:

A: Did you like Columbia?
B: Yeah no I loved it.


Das "Yeah no" übernimmt dabei 2 Hauptfunktionen (die anderen möglichen Funktionen lasse ich einmal unberücksichtigt und verweise auf den Artikel auf Language Log):

1) Beide Partikel sind individuell korrekt. Ja ich mag Columbia, aber nein, ich mag es nicht nur, sondern liebe es.

Die zweite Hauptfunktion lässt sich mit Hilfe dieses Beispiels erklären:

A: yeah so what do you buy what are you looking for you look for an automatic you know you look for something with all the
B: yes i can't drive a standard
A: you can't drive a standard
B: no i can't drive a standard
A: yeah no i used to when i was when i was uh younger
B: uh-huh
A: you know but i've it's been long gone out of my system now i could just put it in home and let it go there and take me there and that's it i don't like any of that


2) Der Beitrag zum Gespräch findet Anerkennung und wird mit dem Partikel "ja" ausgedrückt.


Dann habe ich mir überlegt, ob es im Deutschen etwas ähnliches gibt, aber bis auf Sachen wie:

A: Hast du heute schon geduscht?
B: Ja, nein ich hatte keine Zeit.

oder

A: Kann ich das Spielzeug haben?
B: Ja, nein das geht heute leider nicht.

ist mir nichts eingefallen. Bei den genannten Fällen würde ich 2 andere Hauptgründe nennen:

1) Man ist in Eile und will dies so bewusst oder unbewusst ausdrücken.

2) Man beginnt eine eigentlich negative Antwort auf eine Frage mit einem positiven Partikel, um das gegenüber zu besänftigen.

Letzteres habe ich übrigens oft bei Lehrern in meiner eigenen Schulzeit erlebt.


Ein sehr viel interessanterer Fall, der nicht unbedingt damit zu tun hat ist folgender:

A: Hm ich mag "Piraten der Karibik" mit Johnny Depp.
B: Nein, ich mag "Blackbeard" mehr.

Dieses Phänomen habe ich in letzter Zeit relativ häufig erlebt, vor allem bei jüngeren Sprechern.Der eine nennt seine Präferenz zu was auch immer und der andere erwidert, mit einem negativen Partikel beginnend, seine eigene Präferenz. Ich meine, der Partikel hat da doch garnichts zu suchen. Was soll das bedeuten? Irgendwie hört es sich für mich an wie "Nein du magst X nicht, ich weiß besser was du magst.", obwohl ich natürlich den Sinn verstehe. Trotzdem ein sehr interessantes Phänomen.

Wednesday, 2 April 2008

Papers

During my short academic career as a student of English and German I wrote three papers which might be of interest. Therefore I uploaded them on rapidshare and might say a word or two about these papers.


The "Kleist" paper:
This paper mainly deals with the theodicy issue in Heinrich von Kleist's Das Erbeben von Chili and the background of the theodicy discourse in the Eighteenth Century. I got a quite good mark for it.


The "Love Poetry" paper:
I uploaded it for your amusement and bewilderment. It is not a good paper and I'm not proud of it. It was my very first and got a bad mark. I'm not that kind of man who only praises his good achievements. It's about Robert Browning's Porphyria's Lover. I tried to make a more medical approach towards the poem, but got lost in meaningless phrases.


The "Norn" paper:
I'm quite proud of this paper. It took me a long and hard time to write it since there is almost no material and valid research on this language. For this paper I got a pretty good mark.